· 

Der Adventskalender-Laufstreak 2018

Vom 23. Dezember 2018

 

Ein Erfahrungsbericht nach 23 gelaufenen Tagen und der Abschluss des Projektes morgen. Laut meinem Trainingskalender bei Strava fehlen noch 10 Kilometern von den 300 Kilometern und ich werde sie als Toleranzabzug behandeln und als Chance, den 24. Dezember als Besinnungshalt zwischen meinen Lauftouren vor und nach Weihnachten nutzen.

 

Heute lief ich eine Strecke von knapp 33 Kilometern, also deutlich mehr als von diesem Tag gefordert, beziehungsweise habe ich eine "Tür" schon zu weit aufgemacht, da ich eine zu weite Hinstrecke lief.

Ich empfinde es als richtig, sie auf die Kilometer morgen anzurechnen. Zur Ruhe kommen und in diesem Sinne kein wahnsinniger, sondern ein weiser Läufer zu sein, der sagen kann: "Es ist gut! Du hast sehr viel geleistet. Sei stolz darauf." Immerhin kamen jetzt 290 Kilometer in 24 Tagen zusammen und es wurden drei Halb- und Ultra-Halbmarathons hintereinander gelaufen.

 

Dieses Projekt war sehr waghalsig und ich werde es im nächsten Jahr modifizieren. Gründe sind unter anderem der ständig fehlende Wasservorrat. Ich musste heute meine Mineralwasserflasche im Läuferdreieck unter dem Arm transportieren. Das war unbequem und gleichzeitig beschwerlich. Die Apparatur mit der Lauftaucherflasche muss ich noch erfinden, habe da aber schon Ideen.

Dann hatte ich oft Hunger, es war kalt, stürmisch und Regenläufe können was Tolles sein, aber auf Dauer sind sie entmutigend, besonders wenn der Regen und die Luft kalt sind.

Aber ich fühlte mich meistens nach Nachtschlaf und viel Futter vor dem Lauf (Reisbrei mit Gemüsepesto) sehr gestärkt. Der Reis hat dauerhafte Kalorien und durch die Breiform gibt es auch keine Magenkrämpfe während des Laufens. Da ich kein Fleisch zu mir nehme, übersäuert der Magen auch nicht.

Streaks können sehr belasten und die Risiken der Vertrocknung oder des großen Energiebedarfs, der ausgeglichen werden muss, müssen bekannt sein.

 

Was sind nun die Konsequenzen?

 

1. Es wird nur noch eine Strecke von 200 Kilometern gelaufen, verteilt auf 4 Adventssamstage mit jeweils 20 Kilometern und 4 x 6 Kilometern. Innerhalb der Woche gibt es somit zwei Ruhetage, besonders der Adventssonntag ist lauffrei, als Teil der besinnlichen Adventszeit und ist als Besinnungshalt gedacht.

 

2. Die kleineren Strecken dienen der Vorbereitung auf die knappen Halbmarathon-Distanzen und ermöglichen zusätzliche Tempoläufe und Trainingseinheiten, ohne dass du nach dem Laufen total erschöpft bist. Damit kann getestet werden, ob sich die Zeiten verbessern.

 

3. Laufen kann sehr viel Spaß machen, ja. Bei dieser Distanz heute fühlte ich mich sehr gut und richtig erfüllt, ich könnte ewig weiter laufen, dachte aber gleichzeitig an meine Familie und die Weihnachtszeit. Der Laufsport darf das nicht ersetzen, sei das Projekt auch noch so ehrgeizig. Und morgen an Heiligabend gibt es viel zu tun, sodass das natürlich vorgeht und ich meine Laufschuhe dann nicht schnüre.

Ich möchte mich erholen, um mich auf den Rostocker Neujahrslauf 2019 auch auf diese Weise vorzubereiten.

 

Zusammenfassung:

 

Die Unterschiede zum Blogeintrag vom 01. Dezember 2018 sind schon sichtbar und mir zeigt der Vergleich, dass ich einiges dazu gelernt habe. Ich kann mit "offiziellen" Streaks reflektierter umgehen (die Idee ist nicht neu) und habe an Weisheit und Besinnung dazu gewonnen, anstatt einfach los zu laufen, was letztendlich auch Spaß gemacht hat. Es macht mich stolz, etwas durchgezogen zu haben, aber die Streak-Form sollte auch laufkritisch betrachtet werden. 

 

Findet ihr diese Konsequenzen auch vernünftig?

 

Vom 01. Dezember 2018

 

Vor zwei Tagen kam ich auf eine etwas verrückte und waghalsige Idee, die sehr viel Selbstdisziplin erfordert. Weil ich meinen Adventskalender geplündert hatte, bekam ich ein schlechtes Gewissen. Im Normalfall soll dieser die Zeit bis Weihnachten etwas versüßen und die Zeit der Vorfreude und der Aufgeregtheit. Geplündert ist sogar noch etwas zu schön geredet.

Ich habe ihn auseinander genommen, um schneller an die Schokolade ran zu kommen. Lang hat es nicht gedauert und dann hatte ich die Idee, um dieses goldene Kalb an meinen Hüften wieder los zu werden, dass ich jeden Tag so viele Kilometer laufe, wie die Zahl des Tages angibt.

Das heißt: Du läufst am 1. Dezember 1 Kilometer, am 2. 2 usw, sodass du am Ende die großen Halbmarathons bzw. Ultra-Halbmarathons kurz vor Heiligabend hast. Doch wenn es zu viel wird, dann kannst du auch etappenweise laufen. Es geht darum, die Kilometer pro Tag insgesamt zu laufen, obwohl es dir offen steht, dass du trotzdem die gesamte Strecke an einem Stücke läufst. Doch ich denke, dass du dich dann viel mehr auf die Geschenke und Essen in der Familie freuen kannst. So gehe ich das im Moment an. Und für mich ist es ein guter Laufmotivator.

Heute lief ich zunächst den einen Kilometer sehr locker und schnell, um einen neuen Zeitrekord für mich unter 5 Minuten aufzustellen. Ich werde auch weiter davon berichten, wie mich dieser Lauf diesen Monat erfüllt und fordert.

 

Traust du dir das auch zu, diesen Streak zu laufen?

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Peter (Dienstag, 04 Dezember 2018 22:33)

    Gibt es denn keine Einträge über die losungen der Tage nach dem 1.12.?eine fantastische Idee dieser literathon.ich wünsche dir dass es Resonanz gibt.na dann,morgen sind es schon 5km.sport und Geist frei!!!

  • #2

    Hannes (Dienstag, 04 Dezember 2018 23:13)

    Danke schön :) Die Idee entstand schon 2016 mit dem Polis-Verlag. Heute war das GPS meiner Laufuhr ausgefallen, sodass ich die 4 km nach dem Nicht-GPS-System angeblich in knapp 14 Minuten lief, was viel zu gut ist und worauf man sich nichts einbilden sollte. Ich bin froh, wenn ich die 5 km unter 25 Minuten schaffen kann. Aber je mehr du läufst, desto schneller wirst du.
    Ich wollte etwa jede Woche eine Auslegung schreiben. Aber ich mache auch gerne mehr. In Abwechslung mit dem Teezimmer, das morgen dran ist, wozu ich noch schreibe.
    Das kann auch mal ein gesamter Predigttext sein, aber das ist immer sehr zeitintensiv. Um z.B. einen Gottesdienst "liebevoll" vorzubereiten, brauche ich an die 4-6 Stunden für alles, was ich in der Praxisphase in Wustrow merkte und jetzt nimmt die Uni auch wieder dreiviertel der Woche ein.