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Sich selbst zum Zentrum machen - Führungsstärke entwickeln

"Die Hölle, das sind die Anderen."

 

ist ein Kernsatz in der Philosophie Jean-Paul Sartres, die insbesondere in dem Aufsatz "Der Existenzialismus ist ein Humanismus." aus den 1950er Jahren verdichtet wird. Grundsätzlich geht Sartre davon aus, dass die Existenz der Essenz vorausgeht oder anders: Der Mensch und sein Leben schafft seine Zukunft selbst. Er ist aber kein Übermensch, der irgendwann an einen Punkt gerät, wo er sich nicht mehr weiterentwickeln kann beziehungsweise möchte. Er ist ein Entwicklungswesen. Und das ohne Gott.

 

Sartre ist Atheist und für ihn ist der Mensch der Schöpfer, der sich selbst schafft. Und trotzdem ist der Mensch abhängig von anderen Leben, um überhaupt zu leben und zu entstehen. Aber das ist ein menschliches Werk. Wenn der Mensch sich nun selbst schaffen kann, dann macht er sich selbst zu seinem eigenen Zentrum. Ich bin ich. Und die anderen können Störfaktoren sein, z.B. Vertreter traditioneller Werte, die einen "auf Linie" bringen wollen.

 

Das ist mit diesem Satz "Die Hölle, das sind die Anderen." gemeint. Durch den Bezug auf sich selbst entstehen Reibeflächen mit den Anderen, die vielleicht nicht dieselbe Lebensauffassung wie du haben und ein fremdes Zentrum sind. Oder du bekommst Angst, weil dein Zentrum noch nicht so groß ist, wie das der Anderen, z.B. gewachsene LebensLäufe, Erfolge und so weiter. Aber mein Vorschlag an dieser Stelle ist:

 

Mache dich selbst zum starken Zentrum und blende die anderen Zentren (manchmal) ab.

 

Bei einer Laufveranstaltung oder einem Wettbewerb konzentriere dich auf deinen Schwung, deine Atmung, dein regelmäßiges Trinken, der Blick in die Natur, habe Spaß am schnellen Laufen, genieße es, laufe mit allen deinen Sinnen. Vergiss die Anderen dabei. Lauf an ihnen vorbei, wenn du schneller bist, aber helfe, wenn einer Hilfe braucht, z.B. wenn er aus gesundheitlichen Gründen den Lauf abbrechen muss.

 

So gewinnst du auch einen Laufmehrwert. Aber wenn das nicht der Fall ist, dann konzentriere dich auf dein Zentrum. Lass die anderen "Zentren" langsamer laufen, die langsam laufen. Lass die "Zentren" schneller laufen, die schneller laufen.

Wer weiß, ob sie in der nächsten Runde genauso schnell beziehungsweise genauso langsam laufen. Alles ist relativ, auch die Bestzeit, die am Ende heraus kommt. Die Konzentration auf mein Zentrum und meinen Lauf lässt mich persönlich schneller werden.

"Die Hölle, das sind die Anderen"? Ja, aber nur, wenn du den Blick auf sie wendest. Lass den Blick auf dir, das macht dich führungsstark. Der mögliche Neid beziehungsweise ein Angriff des fremden Zentrums führt dann ins Nichts. Führungsstärke kann in diesem Punkt auch Managern helfen, sich durchzusetzen, indem sie das durchsetzen und tun, was sie selbst vertreten und das dann auch so sagen.

 

Stimmt ihr Sartre zu? Ist der Bezug auf sich selbst eine Möglichkeit, führungsstark zu werden?

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