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Die Liebe zur Spießigkeit und Aktivität

Heute ging ich los und kaufte mir in einer Bäckerei einen Zitronengugelhupf, was ich sonst nicht mache, und sitze und schreibe jetzt an meinem Schreibtisch im Heim mit einem kleinen Kakao-Kaffee und entspanne mich. Ich liebe solche Spießigkeiten, wie Kaffeetrinken und Kuchenessen und setze mich auch gerne mal in ein Cafe, trinke einen Tee und grübel vor mich her und sammele Ideen.

 

Zur Schulzeiten sah mein Tag meist so aus: 6 oder 5 Uhr aufstehen, 5:45 Uhr Weg zum Bus (als das Gymnasium in Sassnitz schloss), Ankunft 7:15 Uhr in Bergen, Beginn des Unterrichts um 7:45 Uhr und dann bis 15:30 Uhr, dann eine Stunde nach Hause fahren. Dann Hausaufgaben (wenn nicht am frühen Morgen im Bus oder kurz vorm Aufstehen) machen und am Computer spielen und Dinge entwickeln, meist gegen 22 Uhr oder 23 Uhr Schluss und Bettruhe, obwohl es manchmal auch länger ging.

 

Daran hat sich im Studium in Rostock nicht so viel geändert, wobei zu Beginn 2011-2012 die Altgriechischkurse um 7:15 Uhr noch anfingen und da auch frühes Aufstehen anstand. Sonst fing mein Tag immer um 8-9 Uhr an und ich begab mich zur Vormittagsvorlesung, dann Mittagessen in der Mensa, Nachmittagsseminar, dann Kaffeetrinken in der Mensa, Lernen und Arbeiten in der Bibliothek bis 20-21 Uhr. Der beste Freund war der Kaffeeautomat. Nebenjobs und Anderes fügten sich da immer gut ein. Ich arbeitete alleine und biss mich ohne Lerngruppe beziehungsweise -partner durch.

 

In stressigen Zeiten blieb ich auch mal bis 24 Uhr in der Bibliothek und länger im PC-Labor gegenüber, besonders als ich die vorgezogene Magisterarbeit schreiben musste, und für das 1. Examen lernte und frühmorgens um 4 Uhr die Reinigungskräfte kamen und sagten: "Wahnsinn!" Das war aber eher die Ausnahme, weil ich sonst kaum Schlaf finde. Um mich zu entstressen lief ich auch mal um 6 Uhr einen Lauf. Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich vielleicht 5 Mal eine Party im Studium besucht, weil das für mich sinnlos erschien, was diese gelebte Spießigkeit für den ein oder anderen wohl noch unterstreicht.

 

Jetzt in Kiel sieht es ähnlich aus, wenn auch deutlich entspannter als beim theologischen Examen. Der Literathon, beziehungsweise Ich, öffnet seine Türen um 9 Uhr, dann bin ich ansprechbar und schließt die Türen spätestens um 24 Uhr. Zwischendurch sieht der Tagesablauf wie in Rostock aus. Ich höre auch viel Musik, um mich zu inspirieren, spiele am E-Piano, male oder schreibe an meinen Büchern weiter. Laufen kann ich meist nur am Abend. Am Wochenende ist der Ablauf ähnlich, wobei ich da auch Läufe am Vormittag, das Teezimmer am Samstagabend oder die Laufveranstaltungen meines Blogs durchführen kann.

 

Ich bin am Sonntag aber kein regelmäßiger Kirchengänger mehr. In die Kirche gehe ich meist, wenn ich alleine bin und in Ruhe meditieren kann. Hier auf dem Literathon baue ich die freie, offene digitale Kirche auf, unabhängig vom Kirchengemäuer. Aber darüber spreche ich ein anderes Mal nochmal, warum das so ist und zum Thema "Hannes, was hälst du vom Glauben?"

 

Aktivität und Spießig-Sein gehen bei mir Hand in Hand, weil das eine nicht ohne das andere sein kann. Beides ist wichtig, damit ich ausgeglichen bin.

 

 

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