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In 80 Tagen (um die Welt) 500 Kilometer laufen

Vom 26. März 2019

 

Mich hat es wieder mal schwer erwischt. Aber ich stehe etwas unter Stress. Ich schreibe an meiner Hausarbeit über Sartre, die zur Master-Arbeit ausgebaut werden soll (Frei-Sein. Der Ursprung der Freiheit in der Existenzphilosophie Jean-Paul Sartres) und habe sie mir auf dieser Reise mitgenommen. Durch den Frühling kommen die Pollen wieder und in China ersticke ich an den Blumen. Mich setzt das total außer Gefecht.

 

Resultat: In 80 Tagen (1000 km) um die Welt wird verkürzt, wegen Krankheit und Pollenallergie, auf 500 Kilometer oder quasi wird die Erde geschrumpft, wie im Film, wenn die Kulissen mehrerer Länder in einem Studio abgedreht werden, ohne überhaupt wirklich die Erde zu umrunden. Bloß kein Stress. Eine Pollenallergie beim Laufen ist eines der schlimmsten Sachen überhaupt und kaum zu ertragen.

 

Vom 06. März 2019

 

Fast 30 Tage sind vergangen, aber es sind erst 150 Kilometer von 1000 gelaufen worden. Die durchschnittlich zu laufende Distanz pro Tag ist von 12 Kilometer auf 17 Kilometer angestiegen. Einzige Lösung ist, mehr als 17 Kilometer zu laufen, um die Durchschnittszahl langsam zu senken. Ich habe einfach zu lange Urlaub in Griechenland gemacht und bewege mich jetzt auf die Seidenstraße Richtung Asien und Japan zu. Wenn es mir gelingt nach der halben Zeit 500 Kilometer zu laufen, dann habe ich es fast geschafft, um über die Beringstraße, nach Alaska überzusetzen und Kanada zu durchlaufen.

 

Vom 10. Februar 2019

 

Bericht nach einer Woche:

 

Es ist schwierig bei schlechtem Wetter oder schmerzhaften Muskelproblemen in der Achillessehne oder im Oberkörper das Soll von 12, 5 Kilometern pro Tag zu laufen, um letztlich auch auf 1000 km nach 80 Tagen zu kommen. Im Moment durchzieht eine Dauerregenwelle Deutschland.

Wenn ich an einem Tag weniger laufe, dann erhöht sich natürlich die Durchschnittskilometerzahl, die ich an den folgenden Tagen laufen muss. Andersherum verringert sie sich wieder, wenn ich mehr als 12,5 Kilometer laufe. Da ich immer sehr zügig laufe, was letzlich gar nicht nötig ist, fällt es mir schwer, langsamer zu werden.

 

Aber wenigstens konnte ich Frankreich und Paris (wie im Buch von Jules Verne) erreichen und leckere Croissants essen. Die nächste Reise führt mich über Venedig nach Griechenland, Athen, wo ich über den Bosporus übersetze und über Olympia und Konstantinopel siniere, um dann den Weg durch Asien nach Indien, China anzutreten. An dieser Stelle weiche ich vom Buch ab, da ich nicht über das Wasser, das Mittelmeer, laufen kann, beziehungsweise auf dem Dampfschiff Richtung Suezkanal.

 

Vom 03. Februar 2019

 

Wieder so eine etwas verrückte Selbstwette. Es sind durchschnittlich 12,5 Kilometer am Tag zu laufen, um das zu schaffen, leider ohne den einen Tagzusatz durch den Sprung über die Datumsgrenze Richtung Osten. Jules Verne "In 80 Tagen um die Welt" ist ein Lieblingsbuch von mir, was ich gerne auf diese Tour mitnehme und lese oder den Film nach dem Laufen dazu schaue. Es geht auch darum, kulturelle Besonderheiten des jeweilig erreichten Landes auszuprobieren.

 

Ich verfolge damit auch einen diakonischen Zweck für mich und für andere. Da ich mir, und wahrscheinlich die meisten Menschen sich keine Weltreise leisten können, versuche ich mir und hier die Welt nach Kiel zu holen, so gut es geht. Es ist eine imaginäre Phantasiereise und so viel wie möglich muss Kiel in dieser gedacht werden.

 

Mal sehen, ob ich es als alias Phillias Fogg schaffe oder aufgeben muss. Ich werde hier und wieder darüber berichten. Außerdem können damit auch andere Läufe vernetzt werden, der Plutoumlauf oder der Laufuhren-Test, und die Leistungen darauf angerechnet werden.

 

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