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Das Teeorakel oder was haben Theologie, Astrologie und Astronomie gemeinsam?

Im Theologiestudium war mir dieser Zusammenhang nur einmal begegnet, nämlich bei der Frage, ob der Stern von Bethlehem oder die Sternenkonstellation vor der Geburt Jesu, die die drei Sterndeuter sahen, wirklich echt ist und den Weg zu Jesus Christus in der Krippe wies. Sehr wahrscheinlich ist es aber eine Fiktion des Evangelisten Lukas, dass ein Stern hin und her wandert und den Weg den drei heiligen Königen weist, aber auf keinen wirklichen astronomischen Zusammenhang in der Vergangenheit zurück geht. Viele Astronomen haben versucht, das heraus zu finden. Theologie arbeitet daher sehr interdisziplinär, was eine Gemeinsamkeit der drei genannten Fächer ist.

 

Ich habe auch mal ein Gespräch im Fernsehen zwischen einem Pfarrer und einem Wahrsager gesehen, die darüber philosophierten, was Theologie und Astrologie gemeinsam haben und der Astrologe sagte am Ende: "Die Theologie und die Astrologie haben doch vieles gemeinsam, nicht wahr?" Da dachte ich: Naja. Darüber muss ich mal nachdenken.

 

Aber ich finde den Gedanken, Dinge und Gedanken aus Mittlerdingen, wie Gasriesen im All, zu lesen, sehr interessant. Das ist eine Form der induktiven Mantik im Unterschied zu intuitiven Mantik, wo göttliche Botschaften direkt, durch eine Vision z.B., an einen Propheten übermittelt werden. Die induktive Mantik bedarf noch eines Mittlerobjektes, z.B. ein Orakel, um göttliche Botschaften zu empfangen.

 

Und dann hatte ich die Idee, auch für die Zeitung "Der Literathon", das Teeorakel einzuführen. Es ist zunächst ein Selbstversuch, eine Art Horoskop zu basteln. Die Teetasse ist ein Mittelpunkt des Teezimmers. Und wenn ich die Teetasse ausgetrunken habe, dann kann man möglicherweise etwas aus ihr lesen. Diese Deutung bildet dann quasi das Abschlussritual bei jedem Teezimmer. Vielleicht aufgrund des Teegeschmacks oder der Wasserteereste, die bestimmte Formen und Muster an die Seitenränder der Teetasse werfen. Es handelt sich natürlich nur um eine Deutung und vielleicht ist mein Kopf durch den Tee auch benebelt genug, das zu machen.

 

Denn Religion oder Mittlererfahrungen haben immer etwas mit dem Kopf und den Hormonen zu tun (Religionspsychologie: Warum ist der Mensch religiös?).

 

 

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