· 

Selbst(krisen)management - Tipps zum erfolgreichen Studieren (und nicht nur das)

Trotz der oppositionellen Kritik gegenüber diesen Leuten, ist Helmut Schmidt und Angela Merkel hoch anzurechnen, wie sie die Bundesrepublik Deutschland durch schwere Zeiten des Terrors geführt und einen kühlen Kopf (so gut es geht) bewahrt haben. Bei Helmut Schmidt war es in den 1970er-Jahren der RAF-Terror (Entführung der Landshut oder die Entführung und Ermordung von Hanns-Martin Schleyer, dem Arbeitgeberpräsidenten) und bei Angela Merkel knapp 40 Jahre später die Flüchtlingskrise 2015 und der Terror des ISIS, was immer noch Thema ist. Helmut Schmidt ist nicht auf die Forderung der Terroristen eingegangen und sagte in einer Fernsehansprache: "Der Terrorismus hat auf die Dauer keine Chance."

 

Eine Krise ist immer ein Moment und kein dauerhafter und darf es auch nicht werden, eben weil schnell reagiert und gleichzeitig ein kühler Kopf bewahrt wird und werden sollte, also z.B. keine unüberlegeten Handlungen aus dem Affekt heraus, das heißt aus dem ersten Schock. Das bringt möglicherweise noch mehr Probleme, weil die Kontexte und Konsequenzen der eigenen Handlungen unbeachtet bleiben.

 

Im Studium und besonders in Berufen, die Führungsverantwortung haben, bist du meist auf dich alleine gestellt und rechenschaftspflichtig gegenüber deinen Entscheidungen. Das gilt z.B. für den Lehrer- als auch für den Pfarrberuf. Beim Letzteren triffst du die Entscheidungen meist alleine, die im Kirchengemeinderat dann abgestimmt werden. Im Studium steht die Ausbildung (besonders auf der Master-Ebene) der Leitungsfähigkeit insofern im Mittelpunkt, dass du lernst, eigene wissenschaftliche Projekte aufzubauen und das Wissen des Bachelor- beziehungsweise Grundstudiumwissens auf neue, eigene Sachverhalte und Fragen anwendest und selbst Gliederungen entwirfst. Das funktioniert dann immer gut, wenn der Dozent und Prüfer erkennt, dass du ihm deine Ideen mit wissenschaftlichen Methoden gut rüber bringst. Es ist eine Art Verhandlungssache, besonders bei einer mündlichen Prüfung.

 

Wenn es nicht gut läuft, dann stellt sich (meist) ein eigenes Krisenmanagement ein. Bei einer schlechten Note hilft es, die Gutachten zu prüfen, mit den Dozenten zu sprechen, um es bei der nächsten Prüfung besser zu machen. Wichtig ist dabei nicht nur ein kühler Kopf, sondern auch ein lernfähiger beziehungsweise lernwilliger. Arroganz und Verbissenheit ist fehl am Platz. Krisenmanagement wird aber dann besonders unangenehm, wenn trotz des Strebens nach Sicherheit (so viel Mühe und Arbeit in eine Prüfung) alles zusammenbricht. Aber selbst dann: Steh auf! Nicht alles, was du geschaffen hast, ist falsch. Das war bei mir auch im Studium so, als der Professor die positiven Sachen nannte, die mich aufbauten und mich nicht zum Aufgeben brachten.

 

Hier ein paar Tipps zum erfolgreichen Studieren (nicht nur einer Geisteswissenschaft):

 

1. Entwickele eine eigene Fragestellung (Wer-Wie-Was-Was-Warum-Kontexte) und Gliederung aus ein paar vorher gelesenen Büchern zum Thema, wofür deine Leidenschaft brennt

2. Spreche diese Fragestellung und die Gliederung mit dem Dozenten ab und nehme seine Tipps ernst

3. Entwickele ständige Kritikfähigkeit (das heißt, glaube nicht alles, was du liest und belege das mit einer Quelle) und notiere das dann (das gibt Pluspunkte) und prüfe die Aussagen einzelner Forscher und wiege sie gegeneinander ab und komme zu einem eigenen Urteil

4. Versuche etwas Eigenes zu entwickeln (eine Grafik z.B.) und verbinde die Theorie mit praktischen Zusammenhängen

5. Reduziere die verschiedenen Ebenen der Forschungsmeinungen und Inhalte auf das Wesentliche, z.B. füttere einen Satz mit konkreten Worten, um etwas so zu sagen, was nicht mehr anders gesagt werden kann

6. Stelle Transparenz her, also korrekte Fußnoten, Literaturangaben

7. Bewahre bei einer Krise einen kühlen Kopf und gebe nicht auf (Fehler- und Frustrationstoleranz)

 

Diese Tipps gelten nicht nur für das Studium, sondern auch für ein erfolgreiches Leben (aus meiner Sicht). Wichtig scheint es, in einer Krise einen kühlen Kopf zu bewahren und sie als Chance der eigenen Weiterentwicklung (unverbissen) anzuerkennen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0