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Dein eigener (Lauf-) Diktator sein - Eine Möglichkeit zum Erfolg

Mit der Diktatur (einer autokratischen Staatsform - "Selbstherrschaft") wird meist etwas Schlechtes verbunden, da besonders Deutschland mit den Erfahrungen von Diktaturen in seiner Geschichte belastet ist (Drittes Reich, "Parteidiktatur" der SED), wobei das Wort Diktatur zunächst einmal die Fähigkeit zum Diktieren bedeutet, die Macht dazu zu haben. einer Masse seine Intentionen zu vermitteln und für diese umzusetzen und sie für seine eigenen Ziele zu intrumentalisieren. Ein Diktat in der Schule schreibt man einfach ab, ohne es zu hinterfragen. Jeglicher Fehler wird vom Lehrer geahndet und schon wenige Fehler können eine Note extrem schnell verschlechtern. Die Nicht-Hinterfragbarkeit durch demokratische Instanzen oder Meinungsfreiheit ist auch ein Spezifikum der Diktatur. Möglicherweise impliziert das auch eine Möglichkeit bestraft zu werden, wenn man hinterfragt (Regimekritik).

 

Das Wort wird also immer noch benutzt, sowohl mit negativen als auch positiven Hintergründen. In der Römischen Republik konnte für eine begrenzte Zeit ein Diktator im cursus hororum (Ämterlaufbahn vom Quästor zum Konsul) ernannt werden, wenn das Land bedroht war, die Konsuln sich nicht einig waren und schnelle Entscheidungen getroffen werden mussten. Es gab auch die Instanz des Zwischenkönigs (Interrex), wenn die Konsuln noch nicht eingesetzt waren. Dieser Diktator musste keine Adelszugehörigkeit haben (Patrizier), sondern die Position konnte auch ein Plebejer oder ein einfacher Landwirt einnehmen.

 

Julius Caesar erhielt den Titel eines Diktators auf Lebenszeit als Ehrentitel nach Abschluss seines Lebenswerkes 45 v. Chr. Doch mussten seine Diktate zunächst immer vom Senat beschlossen werden. Doch die Republikaner fürchteten, dass er seine Macht missbrauchen könnte, um Imperator zu werden und die Republik zu stürzen. Am 15. März 44 v. Chr. fällt er einer Verschwörung der Republikaner zum Opfer und wird mit 21 Dolchstichen beim Theater des Pompeius ermordert. Ein Diktator-Sein hat ganz klar seine Schattenseiten. Diktatoren wurden oft umgebracht, wenn ihre Macht im Sinne der Demokratie zu weit ging und sie sich zu groß machten und die Demokraten (oder andere "Feinde" und Gegenspieler) sich zu klein neben ihnen fühlten oder die Republik beziehungsweise das Prinzipat im Römischen Reich (u.a. das Mitspracherecht des Senates) in Gefahr sahen.

 

Im antiken Griechenland waren es die "Tyrannen", was zunächst auch negativ besetzt ist, aber in der Wortgeschichte zunächst einmal nur eine Alleinherrschaft bedeutet, wenn das demokratische System zusammengebrochen ist (oft durch einen "Putsch").

Oft sind das Übergangslösungen. Denn jede Diktatur ist (früher oder später) in der Weltgeschichte irgendwann gescheitert, am Widerstand des Volkes, durch Kriege oder andere Umsturzversuche. Doch gibt es auch Vorteile dieser Staatsform, nachdem wir den Worthintergrund geklärt und die negativen Aspekte dieses Begriffs relativiert haben?

 

Ich hatte auch einmal eine Geschichtsklausur zu schreiben über das Thema "Der gute und der schlechte Diktator", der die Welt in den 2. Weltkrieg stürzte. Dieser Mann hat zwar einerseits die Probleme der Weltwirtschaftskrise teilweise gelöst (z.B. Beseitigung der sichtbaren Arbeitslosigkeit), was die Zustimmung zum Regime erhöhte, weil er seine Wahlversprechen (aber auch die menschenverachtenden wieder im negativen Sinn) einlöste. Andererseits war er wahnsinnig, weil er zum Ende des 2. Weltkrieges den Bezug zur Realität verlor (z.B. Verschiebung von Truppenverbänden, die nicht mehr existierten) und sehr viele Menschen dafür geopfert wurden, obwohl alles verloren war und er sich "Luftschlösser" aufbaute.

 

Und doch ist die Diktatur wahrscheinlich eine Möglichkeit, Ziele schnell in Krisenzeiten umzusetzen, wo die Demokratie gescheitert ist. Es gibt keine bürokratischen Hindernisse oder Uneinigkeiten, Meinungsverschiedenheiten (zumindest nicht sehr große), wenn es andere Möglichkeiten der exekutiven Gewalt gibt (Militär, Polizei) zur Durchsetzung der Gesetze gibt.

 

Aber es kann und darf nur eine temporäre Lösung sein, wie im alten Rom, bevor der Genuss der Macht zu groß wird und zur Verblendung führt, dem Trieb und dem politischen Es freie Bahn zu lassen, ohne eine Kontrollinstanz beziehungsweise ein Über-Ich über dem Diktator, im Sinne einer demokratischen Diktatur oder einer Diktatur in einer Demokratie. Beides muss sich nicht unbedingt ausschließen, wobei die Demokratie auch für die Diktatur (ihre Legalisierung, der "Machtergreifung oder "Machterschleichung" durch die Nationalsozialisten, wie in der Weimarer Republik) missbraucht werden kann. Vielleicht sollte die Diktatur immer von der Demokratie ausgehen und nicht umgekehrt und sie sollte in Rücksicht auf die Menschen, den Lebewesen oder einem selbst, umgesetzt werden.

 

Kann man auch im (Lauf-) Alltag ein eigener Diktator sein? Ja, hier ein paar Tipps dazu:

 

1. Eigne dir gegenüber eine laute Stimme an ("Du musst das jetzt machen! Tu es! Ich habe mir ein Ziel gestellt!")

2. Eigne dir ein "bösartiges" Lachen an :)

3. Setze dir Tagesziele.

4. LAUFE LOS! Sage dir das selbst!

5. Spreche dir "Reden" auf deinen Rekorder auf und spiele sie dir ab (wirkt "manipulierend")

6. Mache aus deinen Absichten keinen Hehl (sofern du dich fit und gesund fühlst) - Wenn du einen Marathon läufst, tue es einfach.

 

Fallen dir noch weitere Tipps ein?

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