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Über jedem Zweifel erhaben sein und sich den Zweiflern annehmen - Hauptthema des Judas-Briefes

Sage nicht: "Ich werde kein berühmter Läufer mehr", sondern folgendes: "Ich will ein berühmter Läufer sein, wenn z.B. über mich die "Legende" erzählt wird, wie ich in 80 Tagen um die Welt gelaufen bin." Der letztere Satz ist deutlich besser, der mir gestern bei meinem Samstag-Quarter-Erfolg mit neuen Bestzeiten über 500 Meter, 1 Kilometer, 800 Meter und 15 Kilometer eingefallen ist, wo ich sehr viel Spaß beim Straßenintervalllauf hatte. Das ist ganz wichtig. Mich fragen die Leute manchmal, woher ich diese Kraft diesen Blog aufzubauen, ein Aufbaustudium durchzuziehen oder jede Menge zu rennen. Ich habe sehr viel Spaß an meinem Leben. Dann tue ich etwas, was mir gut tut und nicht unbedingt einem Anderen. Dann ist es die vegetarische Ernährung, durch die mein Kopf und Körper schneller ticken. Auch in dieser Hinsicht bin ich über den "Zweiflern" erhaben.

 

Die inneren Selbstzweifel lähmen uns, aber mir fiel auch auf, dass wir zweifeln, um angenommen zu werden. Das heißt: Man macht sich klein, um von einem Großen (einem Professor, einem Dozenten, einem Bürgermeister, einem Arzt oder einen anderen Experten) Mitleid zu bekommen, um aufgebaut zu werden. Und das ist, wie ich finde, der falsche Weg. Zielstrebigkeit, Selbstbewusstsein, etwas tun, was einem selbst gut tut, ist viel wichtiger und bringt viel mehr Kraft. Ich denke z.B. an das Lied von Udo Lindenberg: "Ich mach mein Ding, egal was die Anderen sagen." Aber so wie er singt, so lebt er auch sein Leben (und kleidet sich auch). Ich finde es super. Er steht sich nicht selbst im Weg. De Lebenszeit ist viel zu kurz, um zu zweifeln.

 

Solid Snake sagte in einem Gespräch mit Meryl im Spiel Metal Gear Solid (1998) folgendes: "Nie an sich selbst zweifeln, werden Sie davon stärker. Lernen Sie daraus.", wobei ich das "Nie" etwas kritisch sehe. Ohne Selbstzweifel ist man vermeintlich perfekt. Aber die Selbstzweifel sollten im Innern bleiben. Das war das Thema des 1. Teezimmers, wie wird man eine starke Persönlichkeit? Die Stärke nach Außen zeigen ist wichtig, wie ich es mit dem ersten Zitat von mir angedeutet habe oder anders: "Keine falsche Bescheidenheit. Stehe dir nicht selbst im Weg." Zweifel sind lähmend

 

Genau diese Kraft daraus ist auch ein Thema des Judas-Briefes, über den ich im Februar ein Forschungsprojekt startete. Die Ergebnisse sind eher klein, aber doch steckt viel Kraft- und Lebenspotenzial in diesem Brief. Die Gemeinde, an die der Brief adressiert ist, lässt sich nicht mehr vollständig rekonstruieren, aber der Gemeinde sind sogenannte Zweifler begegnet, die das Christentum und den Glauben der Gemeinde in Zweifel zogen. Diese Konfliktlinie zwischen Häresie und Orthodoxie durchzieht den Brief. Über die Zweifler werden dunkle Wolken verkündigt und sie werden mit weiteren schlechten Worten verbunden. Andererseits fordert der Autor des Briefes, sich den Zweiflern anzunehmen und über jedem Zweifel erhaben zu sein. Darin liegt eine Form des Christ-Seins verborgen. Gerade die anderen Zweifler können auch stark machen, weil sie aufgenommen werden. Christ-Sein ist kein Abgehoben-Sein, aber nicht nur das. Es ist auch ein Abgehoben-Sein, ein Anders-Sein. Das steht außer Frage. Notwendigerweise ist das auch so, wenn eine Gruppierung noch klein ist und sich von anderen Gruppierungen abgrenzt und andere Lebenspraktiken praktiziert, die nicht immer mit dem Mainstream übereinstimmen. Aber ich finde, darüber kann man kommunizieren, im Sinne, sich den Zweiflern anzunehmen, sie nicht zu ignorieren, ihnen freundlich zu begegnen, aber gleichzeitig sein Leben zu leben und sein "Ding" zu machen.

 

Zusammenfassung: Der Judas-Brief fordert eine Abgehobenheit über den Zweiflern, aber gleichzeitig auch ihre Annahme. Christ-Sein bedeutet kein Abgehoben-Sein, sondern ein Annehmen des Anderen. Andererseits dürfen uns Zweifel nicht lähmen, die im Weg stehen können und dem Glück.

 

 

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