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Der vegetarische Vrei-Geist - Segen und Fluch zugleich

Seit 8 Monaten funktioniert das Vegetarier-Sein. Das ist ein neuer Rekord in Hinblick auf die vorherigen Versuche seit 2012, die allesamt gescheitert sind, entweder weil ich schwach wurde (das Fleisch ist schwach) oder mich wieder an den Anderen und seine Gewohnheiten orientiert habe. Doch mit jedem Monat, der vergeht, werde ich auch in dieser Hinsicht stärker und entwickele ein stärkeres Für-Sich-Sein (Jean-Paul Sartre) in Hinblick auf mich und löse mich vom An-Sich-Sein der Gesellschaft, oder dass das immer besser funktioniert. Auch in dieser Sicht funktioniert der Vrei-Geist, über Jean-Paul Sartre nachzudenken und als Begründungsfolie für sein Leben zu nutzen. Durch die Supplementierung mithilfe einer Multivitamintablette, in der auch Eisen und Magnesium enthalten ist, fehlt mir nichts, im Gegenteil, ich werde besser mit den Nährstoffen versorgt als zu Fleisch-Zeiten, auch durch die Konzentration darauf, sich mehr von Gemüse und Obst zu ernähren.

 

Aber es gibt auch (schwerwiegende) Probleme. In einer Dokumentation über Veganer und ihre sportlichen Leistungen wurde deutlich gemacht, dass sie deshalb so große sportliche Leistungen erbringen, weil sie sich schneller erholen können (kürzere Regenerationszeit). Durch das fehlende Fleisch übersäuert der Körper nicht so schnell und erleichtert die Muskulatur. Diese "Leichtigkeit" im Körper wirkt sich auch auf die Psyche aus (psychosomatischer Zusammenhang) und mein eigener Kopf funktioniert etwas anders, wie ich finde. Es ist etwas schwierig, das zu beschreiben. Ich versuche es hier zu beschreiben.

 

Ich gehe aufrechter, aufgrund dieser muskulösen Leichtigkeit. Das heißt, es bedeutet mehr Selbstbewusstsein durch die vegetarische Ernährung zu haben. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, "erhaben" zu sein. Das ist auch nicht gut. Mein Kopf ist leer und voll zugleich, weil er sehr schnell tickt. Ich schrieb schonmal darüber, dass ein Arzt in Rostock "Überbegabung" feststellte, aber das auch mit Problemen verbunden ist (z.B. dass man nicht immer verstanden und dadurch sozial ausgegrenzt wird, obwohl ich einfach nur ich selbst bin).

 

Die vegetarische Ernährung verstärkt diesen Effekt noch und der Laufsport und die Bewegung, sodass es anscheinend einen Zusammenhang zwischen Ernährung, Sport und interlektueller Begabung gibt. Und dieser Zusammenhang ist Segen und Fluch zugleich, wie beim Phänomen Überbegabung allgemein festgestellt ist, wobei ich Begabung eher als "Insel-Begabungen" auffasse. Das heißt, dass sich Begabungen auf verschiedenen Gebieten entfalten, die individuell sind und es bedeutet auch, dass man nicht in jedem Fach ein Experte ist.

 

Das war früher nicht so. Erst als ich 23 Jahre alt wurde und dann ein paar Monate später, entwickelte sich mein Körper aus meiner inneren Verspannung (nach schweren  Panikattacken) heraus und ich hatte Schwierigkeiten damit richtig umzugehen. Das liegt aber auch an der theologischen Ausbildung (z.B. das Verarbeiten großer Textmengen und das systematische Denken), an die sich mein Kopf nach vielen Jahren Studium gewöhnt hat (und starke Kopfschmerzen ausgelöst hatte).

 

Andererseits bedeutet das kritische Nachdenken oder überhaupt das Theoretisieren über unterschiedlichste Themen, auch hier auf dem Literathon, um mich etwas auszupowern, ein "Erhaben-Sein" einzunehmen. Und das will ich nicht, aber mein Kopf tickt manchmal schneller (auch durch die vegetarische Leichtigkeit) als ich selbst. Klingt paradox, bringt aber mein Inneres sehr auf den Punkt. Und nicht immer macht man sich damit Freunde, weil die Chemie dann nicht immer stimmt (aber dagegen kann man nichts machen, ließ ich mir sagen) und man Sachen sagt, die einem Anderen gegen den Strich gehen. Deswegen auch der Blog-Eintrag dazu, seine (vegetarischen) Leidenschaften zu bremsen, um die Leidenschaften des Anderen zu wecken oder ganz wichtig: Meine Reflexion ist nur ein Angebot.

 

Ein praktisches Beispiel aus meinem Leben: In Seminargruppen und in der Vorlesung fühle ich manchmal wie ein "Vorlesungscaspar" (wenn ich einmal anfange, über meine Arbeit zu reden, dann bin ich total begeistert dabei. Oft kommt es vor, dass der Professor weniger weiß, als ich selbst und das ist mir nicht immer bewusst), obwohl ich das nicht will und jetzt nur noch Zuhause arbeite und meine letzten Prüfungsleistungen schreibe und das auch in Zukunft so sein wird, dass ich allerhöchstens nur noch Wochenend-Kurse in Hinblick auf Fernstudiengänge und Weiterbildungen besuchen werde oder selbst ein Seminar oder Unterricht leite.

 

Zusammenfassung: Der vegetarische Vrei-Geist beschreibt einen subjektiv festgestellten psychosomatischen Zusammenhang zwischen vegetarischer Ernährung, Sport und interlektueller Begabung. Mit der vegetarischen Ernährung ist eine Leichtigkeit im Körper und Kopf verbunden, mit der man sich nicht immer Freunde macht, weil man kritischer denkt und das Gegenüber dich nicht immer versteht (Ernährungs-Chemie stimmt nicht).

 

Wie fühlst du dich innerlich mit der vegetarischen oder einer anderen fleischlosen Ernährungsweise?

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