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Überlege, bevor du lachst - Vae Victis!

 

Einer meiner Lieblingsszenen und ein entscheidender Wendepunkt im Buch "Quo vadis Graecus?" ist die Neuversammlung des Senates nach den arrangierten Neuwahlen im März 2037 mit den Abgeordneten des Schutzbundes der freien Wirtschaft / der Roten Partei und der in der Mehrheit deutlich sich befindenden Sozialisten beziehungsweise Kommunisten.

 

Georgios Volgin und einige seiner Anhänger sitzen im Zuschauerraum des Senatsplenums in Athen und hören gespannt zu, ob sie die versprochene Regierungsbeteiligung an der Athener Demokratie zugesichert bekommen, und ob ihre Vorschläge zur Reformierung des Staatshaushaltes (Enteignung der Kapitalgesellschaften und der Oberschicht) angenommen werden.

 

Als letzteres vorgeschlagen wird, brechen die Abgeordneten des Schutzbundes in ein tobendes Gelächter aus (aufgrund der fehlenden Umsetzbarkeit), was für die Opposition an Demütigung kaum zu übertreffen war und obwohl sie in der Mehrheit war, sollte eine Minderheitsregierung erzwungen werden, um die Kommunisten von einer Regierungsbeteiligung abzuhalten und sich ein militärisches Komplott gegen sie bildete, um der Bewegung ein Ende zu setzen. Der Spuk war also Anfang 2037 schon fast vorbei und die Kapitalgesellschaften entschieden sich für einen "Neuen Weg", um die angeschlagene Republik zu retten und eine Einheit zwischen Sozial- und Wirtschaftspolitik herzustellen. Zu spät. Volgin ist schon viel zu stark, hat über 2 Millionen Menschen auf seiner Seite und der Hass erreichte jetzt noch weiter seinen Siedepunkt.

 

Die Abgeordenten des linken Flügels verlassen geschlossen den Saal, was das Parlament auflöste, trotz der Ordnungsrufe - beziehungsweise -schläge mit dem Hammer von Generalsekretär Claudius auf sein Pult.

 

Das geht gründlich schief und ist der Wende- und Entscheidungspunkt im Buch "Quo vadis Graecus?". Ich würde nicht lachen, wenn ersichtlich ist, dass da jemand eine Kraft ist, mit der man rechnen muss. Die Folge ist die Kommunistische Revolution beziehungsweise der Marsch auf Athen bis zur Ernennung Georgios Volgins zum Generalsekretär am 4. April 2037 und der legalisierte Weg in die Diktatur und die Leute, die lachten, hatten nichts mehr zu lachen (u.a. Enteignung und Zerschlagung der Roten Partei, Enteignung der Kapitalgesellschaften).

 

Innerhalb von einem Jahr gelingt es Volgin, die Republik faktisch in einen Einparteienstaat zu verwandeln. Ein Monat nach der Demütigung reichte, beziehungsweise ein Gelächter. Am 2. April schließt sich der Großteil des Militärs Volgin an, sodass er nicht mehr aufzuhalten war.  Volgin war selbst 18 Jahre alt. Seine Anhänger sind nicht viel älter. Es ist teilweise nachvollziehbar, ihn nicht ernst zu nehmen. Doch ich würde da vorsichtig sein. Volgin hätte aufgehalten werden können, wenn man schneller reagiert hätte. Das gilt auch für andere Demagogen.

 

 

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